Einen interessanten Beitrag zum Vergleich zwischen Hartz IV Leistungen und Jobs, die weniger im Monat einbringen als die soziale Absicherung, hat nun die Augsburger Allgemeine Zeitung (AAZ) mit Berufung auf die FAZ veröffentlicht. Im Kern geht es um Vollzeit-Beschäftigte, die regelmäßig ihrer Arbeit nachkommen und dennoch unter dem Hartz IV Satz liegen.
Beispielhaft wurde das monatliche Nettoeinkommen eines verheirateten Arbeitnehmers mit zwei Kindern herangezogen. Nach Angaben der AAZ wäre hier ein monatlicher Leistungssatz, inklusive der Kosten für Unterkunft und Heizung von 1.653 Euro heranzuziehen. Demgegenüber wurden “Geringverdiener” gegenübergestellt.
| Berufszweig | mtl. Nettoeinkommen | Vergleich zu ALG II |
| Fleischverarbeitung (mit staatlichen Zulagen) | 1.747 Euro | +94 Euro |
| Wach- und Sicherheitsdienst | 1.732 Euro | +79 Euro |
| Einzelhandel | 1.699 Euro | +46 Euro |
| Steuerberatung | 1.689 Euro | +36 Euro |
| Erzieher | 1.689 Euro | +34 Euro |
| Altenpflege | 1.671 Euro | +18 Euro |
| Werbe- und Marktforschungsbranche | 1.636 Euro | -17 Euro |
| Callcenter-Agent | 1.624 Euro | -29 Euro |
| Gartenbau | 1.593 Euro | -60 Euro |
| Gastronomie (ohne Trinkgelder) | 1.544 Euro | -109 Euro |
| Hotelgewerbe | 1.459 Euro | -194 Euro |
| Zeitarbeit | 1.375 Euro | -278 Euro |
Diese Aufstellung zeigt Beschäftigte im Angestelltenverhältnis, die sich in der jeweiligen Berufsgruppe im niedrigeren Lohnsektor ansiedeln. Zu beachten ist, dass Erwerbstätige, die unter den Hartz IV Satz fallen, ergänzendes Arbeitslosengeld II beantragen können (sog. Aufstocker).
Einerseits belegen diese Zahlen, dass das soziale Netz bzw. die soziale Absicherung in der Bundesrepublik Deutschland (im Vergleich zu anderen Ländern) recht hoch ist, andererseits bedeutet dies auch, dass die Wirtschaft hier dringend in Punkto Löhne nacharbeiten muss, wenn die Bezahlung so nah oder gar unter dem sozialen Existenzminimum ist.
Immer wieder hört man von Debatten um Mindestlöhne, jedoch erreichen diese keinen vernünftigen Abschluss, obwohl damit auch die Motivation deutlich gesteigert wäre, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Inwieweit derzeit schon Löhne aufgebessert werden müssen, mag dahingestellt sein.
(Sicherlich unglaublich viele).
Aber der dicke Hammer kommt mit der Rente.
so sollte es jedem bewusst sein, dass der, selbst von den Gewerkschaften viel gelobte und kolportierte Mindestlohn von 8,50 ins buchstäbliche Elend führt!
Denn sogar ein Mindestlohn von 10 Euro bedingt nach 45 Jahren nur eine Rente von 684 Euro.
D. h. ab – auf´s Sozialamt – zum Ausziehen und Betteln.
Und spätestens ab hier zahlt dann, bzw. finanziert der Steuerzahler die Niedriglöhne der Unternehmer!
Noch Fragen?
Ich stimme zu, dass in Deutschland viele Löhne extrem niedrig sind. Ein Beispiel, vorgut 20 ahrn brauchte ich schnell einen Job und habe in einer Firma als Maschinenhelfer angefangen. Ich bekam damals 17,28 DM / Std.
Vor etwa 3 Jahren führte mich ein Zufall in diese Firma und ich lernte den Menschen kennen, der heute meine Arbeit machte, für 7,50 Euro / Std.
Allerdings darf ma bei de Berechnung oben auch Kinder- und Wohngeld nicht vergessen.