Bildungspaket weiterhin Flop?

Die Nachfrage nach dem Bildungspaket seitens Wohngeld- und Hartz-IV-Empfängern steigt zwar, das Angebot bleibt aber nach Ansicht von Experten auch weiterhin keine Erfolgsgeschichte.

Nach Angaben des Deutschen Städtetages wurden für 44 Prozent der 2,5 Millionen anspruchsberechtigten Kinder Leistungen aus dem Bildungspaket beantragt, wobei am stärksten die Leistungen für ein regelmäßiges Mittagessen und die Teilnahme an Klassenfahrten nachgefragt werden. Wenig in Anspruch genommen werden die Leistungen zur Lernförderung von Kindern.

Dennoch sprechen Experten nicht von einem Erfolg. Trotz intensiver Werbung mit persönlichen Anschreiben sei die Nachfrage weiterhin nur schleppend. Dies verwundert auch nicht: die meisten Angebote aus dem Bildungspaket haben nichts mit Bildung zu tun und sind oft überflüssig. So gab es auch vor Einführung des Paketes an vielen Schulen die Möglichkeit, kostenloses Essen für bedürftige Kinder zur Verfügung zu stellen, dass von den Kommunen bezahlt wurde. Hier ist oftmals sogar eine Verschlechterung eingetreten: gab es vor der Einführung des Pakets das Essen umsonst, müssen sich die Eltern nun daran finanziell beteiligen. Das gleiche gilt auch für die Mitgliedschaft in Vereinen: viele Vereine verlangen keine Mitgliedsgebühren von Kindern aus Hartz-IV-Familien, womit ein entsprechender Antrag auf das Bildungspaket sinnlos erscheint.

4 Gedanken zu “Bildungspaket weiterhin Flop?

  1. Und das Interessante ist dabei auch, dass sich die Jobcenter mit der Erstellung eines Bescheides mehr als 3Monate Zeit lassen, so dass der ALG II-Empfänger nur verspätet die Möglichkeit hat einen ermäßigten Fahrschein für das Kind zu kaufen. Auch für den Antrag auf rückwirkende Leistungen (Jan – Mai) sehen sich die Bearbeiter nicht in der Lage einen Bescheid zu erstellen. Zumal es pro Eingangszone auch maximal einen Bearbeiter gibt, der sich mit dem BuT auskennt…

    Außerdem gibt es noch keinen Topf aus dem die “Lernförderung” bezahlt wird. Stellt somit der Nachhilfelehrer oder die ALG II beziehende Familie einen Antrag auf Erstattung der Kosten für die Nachhilfe, passiert gar nichts. Somit kommen dann in einem Jahr schnell mal 1000€ zusammen, die die Familie aufgrund des Bescheides vorgeschossen hat, aber vorerst nicht zurück erhält.

    Das BuT-Paket ist zwar eine gute Idee, jedoch hätte sich Frau von der Leyen auch überlegen sollen, wie es organisiert werden kann und vor allem: aus welchen Töpfen die Mittel kommen sollen!

  2. Echt so ein scheiß chaos,erst heisst es man kriegt nachgezahlt bis Juni ((Wohngeld),ob Teil genommen oder nicht, dann stellt man sich schön doof überall hin,hey ich krieg irgenwelche sozi leistungen,können sie mal nen Stempel drauf machen, dann muß man tausende Nachweise vorlegen,ok Sportverein geht ja,aber Kino oder Zoo diese Zettel hebt man ja nicht ewig auf und am ende wird dann weil man keine Quittungen hat wahrscheinlich abgelehnt. IST TYPISCH. Nur CHAOS.

  3. Ich habe versucht eine ermäßigte Fahrkarte zu bekommen, da mein Sohn jetzt sechs Jahre alt geworden ist. Fazit: da der Schulweg 2,9 und nicht 3 km lang ist steht sie ihm nicht zu.

    Selbst wenn er drei Kilometer lang wäre, wäre ja eine schneller zu erreichende Grundschule in der Nähe gewesen, also ABLEHNUNG!!!

    Ich zahle somit 27 Euro für eine normale Schülerkarte, meine ermäßigte Karte, die mir ja als Wohngeldempfängerin zusteht kostet 33 Euro.

    Die bearbeitung des Widersruches dauert selbstverständlich noch an!!!

    Das Bildungspaket ist nichts weiter als eine Mogelpackung in Richtung Bundesverfassungsgericht!!!!

  4. Bildungspaket klingt ja gut, ist aber in der Praxis nur schwer umsetzbar und mit viel Bürokratie belastet. Hartz IV abschaffen und durch ein Grundeinkommen ersetzen. Allerdings müssen die Eltern auch verpflichtet werden, ihren Kindern die bestmögliche Bildung angedeihen zu lassen.

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