Hartz IV Arbeitsgelegenheiten: Arbeitgeber und Gewerkschaften koalieren bei Ein-Euro-Jobs

Naturgemäß sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaften spinnefeind und haben kaum Anknüpfungspunkte miteinander. Diese bisher klare Front bröckelt allerdings bei den Hartz IV Arbeitsgelegenheiten (§ 16d SGB II), den so genannten Ein-Euro-Jobs: hier ziehen die beiden Kontrahenten an einem Strang.

Damit sehen sich die kommunalen Spitzenverbände mit einem ungewöhnlich starken Gegner konfrontiert, denn Gewerkschaft und Arbeitgeber fordern zusammen ein Vetorecht bei den Ein-Euro-Jobs, was die Kommunen strikt ablehnen.

Nach Ansicht der Kommunen würde das geforderte Vetorecht seinen Sinn verfehlen. „Der Konjunkturaufschwung geht an den Hartz-IV-Empfängern vorbei. Was machen wir mit denjenigen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben? Für die brauchen wir öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten“, sagt Uwe Lübking vom Städte- und Gemeindebund.

Hintergrund des Streites ist eine geplante Reform der Arbeitsgelegenheiten, womit die Arbeitsmarktpolitik gestrafft und effizienter gemacht werden soll. Trotz entsprechender milliardenschwerer Einsparungen im Bereich der Ein-Euro-Jobs soll es dieses Instrument weiterhin geben, sehr zum Missfallen der Arbeitgeber und Gewerkschaften, die gerade bei Kommunen den Trend sehen, mit den Billigkräften reguläre Firmen aus dem Wettbewerb zu drängen. Auch hat sich der erhoffte Effekt der 1-€-Jobs – die Übernahme in den ersten Arbeitsmarkt – in der Vergangenheit kaum erfüllt, womit diese Maßnahmen oftmals nur reine Beschäftigungstherapien seien.

Das könnte Sie auch interessieren

8 Antworten auf Hartz IV Arbeitsgelegenheiten: Arbeitgeber und Gewerkschaften koalieren bei Ein-Euro-Jobs

  1. cooles_outfit sagt:

    „… Auch hat sich der erhoffte Effekt der 1-€-Jobs – die Übernahme in den ersten Arbeitsmarkt – in der Vergangenheit kaum erfüllt, womit diese Maßnahmen oftmals nur reine Beschäftigungstherapien seien …”

    Meinten die Befürworter allen Ernstes, dass durch die 1-€-Jobs eine Übernahme in den ersten Arbeitsmarkt gelingen wird. Arbeitskräfte so preiswert wie nie und dann den Nächsten ….
    Hier kann doch richtig gespart werden.
    Arbeitgeber sind doch mittlerweile nicht mehr bereit diese Menschen auf 400 EUR Basis einzustellen.

    1 Euro Jobs – der Einstieg in den Ausstieg sollte unterbunden werden.

  2. Julchen sagt:

    Statistikbereinigung übelster Art beim ALG II :-(
    ALG II – Maßnahmen zurück in Arbeit
    http://www.ngo-online.de/2011/08/16/alg-ii-massnahmen/
    lesen, aufregen, weiter verbreiten ;-)

    Mir ist genau unter diesem Namen vor längerer Zeit in NRW auch etwas regelrecht zugestossen. Daraufhin bin ich sofort zum Anwalt und habe Krawall gemacht und auch meiner damaligen ARGE Bescheid gesagt. Die wussten noch nicht mal, wo sie ihre eigenen Leute hinschicken, kannten die Räumlichkeiten nicht und auch nicht was dort geschieht. Das allein ist schon ein Skandal. Die heuern diese Leute an, weil die in die BA gehen und sich vorstellen, ein Werbeheft da lassen und wenn die Chemie stimmt zwischen den Gesprächspartnern, dann kriegen sie den Auftrag. Erst wenn etwas passiert ist, sich einer wehrt, kommt das raus !

    Wenn einer von euch zu was muss, dann nehmt eine Digitalkamera mit, fotografiert Mängel ( oder auch mit dem Handy in den Pausen ) und führt ein Tagebuch ! Schreibt alles auf, auch die Namen und was so passiert. Jeden Tag ! Das ist nur die ersten paar Tage lästig, hinterher geht das wie geschmiert, man gewöhnt sich dran.

    Für mich fördert die BA hier Betrug auf Kosten der betroffenen Bürger und der Steuerzahler. National wie in der EU, denn die bekommen ohne Überprüfung Födergelder. Hartz IV ist ein gelungener Wirtschaftszweig in jeder Hinsicht, auch für die Jobcenter, denn ohne “uns” hätten die ihre schikanierende Arbeit nicht.

  3. Wolfgang sagt:

    Wehrt euch. Laut Bundesrechnungshof sind mindestens 50 Prozent der Ein-Euro-Jobs rechtswidrig. Bei weiteren 25 Prozent sieht dr Bundesrechnungshof die Rechtswidrigkeit als sehr wahrscheinlich an. Geht hin zu dem Ein-Euro-Job und lasst ihn dann auf Rechtmässigkeit prüfen.
    Wird er als unrechtmäßig angesehen, muss der Tariflohn nachgezahlt werden. Haben dies erst einmal genügend Menschen durchgesetzt, wird man sich hüten, so eine Menge rechtswidriger Jobs anzubieten, weil ja auch noch der staatliche Zuschuss von bis zu 500.- Euro monatlich zurückgezahlt werden muss.

    Den Geschäftemachern mit dem Leid der Menschen muss ein Riegel vorgeschoben werden.

    Also, wehrt euch.

    • Julchen sagt:

      [[[ Zitat: Geht hin zu dem Ein-Euro-Job und lasst ihn dann auf Rechtmässigkeit prüfen.]]]

      Kannst Du etwas dazu sagen, wo man das prüfen lassen kann, oder wer dafür zuständig ist ?

      Ich bin zwar nicht mehr betroffen, aber es interessiert vielleicht auch andere.

      Vielen Dank

  4. macdet sagt:

    @Julchen

    bitte melde Dich doch mal bei ngo. Da hat sich ZDF erkundigt ob Menschen Geschichten “erzählen” wollen!

    • Julchen sagt:

      Danke, da hatte ich auch schon dran gedacht, meinen angefertigten Bericht dahin zu schicken ( von damals) aber es ist so, sowie etwas in die Medien kommt, wird es verfälscht- auch beim ZDF ! Schon durch die Schmutzsendungen, wie die vom Markus Lanz, wie er Leute fertig macht, die ohnehin schon in die Enge getrieben sind, wie er sich lustig macht etc., dann eben noch andere Sendungen- das ZDF ist für mich fast wie RTL geworden. Die Menschen merken oft gar nicht, oder erst sehr spät- wohin so getrieben werden.

      Einen Bericht im TV zu zeigen, ist gar nicht möglich, weil sie alles auf kurze Minuten zusammenschneiden, wenn es vorab gedreht wird.Eine Livesendung, das trauen die sich nicht !

      Das Internet ist immer noch die einzige Möglichkeit ohne jegliche Kürzung etwas zu berichten und Menschen aufzufordern, es zu verbreiten.

      Es gibt nur einige Sendungen, wo so etwas gebracht würde, und da gehört Markus Lanz zu. Wie ich mich kenne, würde ich dem glatt eine klatschen, diesem Flegel.

      Diesen Sendern geht es nicht um die Menschen, sondern um die Sensationsgeilheit und Schlagzeilen für die Quoten. Es geht nicht mal um die “Sache” an sich.

      mfg Julchen

  5. AWAG sagt:

    @Julchen

    Hallo !
    Ja da hast du Recht….. das sind “Hochbezahlte” Meinungsmacher….. der Verdient im Monat das Doppelte (wenn nicht noch mehr) was wir Harzer im Jahr bekommen !
    Aber es gibt ja noch Monitor oder Panorama denen Traue ich zu “relativ” korreckt mit der Sache umzugehen….. nur die sind auch an Tehmen interessiert die sich “Lohnen”
    Schade aber nicht zu ändern….. und solange die Harzer Dumm, Doof und Faul dargestellt werden (was manche auch Hervorragend hergeben)…. wid das nix mit der “Wahrheit”

    lg AWAG

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>