Die Abschaffung der Wehrpflicht könnte ungeahnte Folgen für ALG-II-Bezieher haben. Denn mit dem Wegfall der Wehrpflicht gibt es auch keine Zivildienstleistende mehr, wodurch ein akuter Notstand insbesondere bei der Altenpflege entstanden ist. Zwar sollte der sogenannte Bundesfreiwilligendienst (Bfd) hier Abhilfe schaffen – aber ganz offensichtlich ist dieser Dienst so wenig bekannt oder attraktiv, dass sich kaum Menschen dazu melden. Dadurch fehlen von 30.000 freiwilligen Helfern mindestens noch 12.000.
Alg-II-Bezieher als Alterspfleger
Zwar wäre der Bfd für Hartz-IV-Bezieher eine gute Gelegenheit, einer Tätigkeit nachzugehen – aber bisher ist das vor allem finanziell kaum sinnvoll. Denn von den 330 EUR Einkommen, die im Bfd gezahlt werden, darf er nach geltender Gesetzgebung nur 146 EUR für sich behalten – der Rest von 184 EUR wird auf das ALG II angerechnet. Hier soll nun nach Plänen der CDU/CSU im Bundestag die Freiverdienstgrenze von derzeit 100 auf dann 175 EUR angehoben werden, um so die Attraktivität für Ehrenämter zu erhöhen. Eine entsprechende Initiative soll nach der Sommerpause im Bundestag angestoßen werden.

Eine an sich gute Sache. Aber dieses Ehrenamt hat einen Haken: man hat zwar dann 175 Euro zusätzlich zu Hartz IV, aber für die Rente tut man wieder mal rein gar nichts. Damit ist das Problem der Altersarmut nicht gelöst. Die Menschen brauchen dauerhafte Beschäftigung. Sonst ist dieser Vorstoß aus Teilen der CDU erneut nur herumdoktoren an Symptomen. Wenn daraus feste Arbeitsplätze nach einem Jahr entstünden, wäre der BFD eine echte Perspektive für uns. So bleibt aber nur die Suche nach anderer Beschäftigung. Die Caritas, Diakonisches Werk sind am schlimmsten: sie bedienen sich schamlos solcher Biligstkräfte und stellen aber niemanden fest ein.
Mein Jobcenter machte jüngst den glorreichen Vorschlag, mich unter http://www.patenmodell.de zu registrieren und um einen Jobpaten zu bitten. Bis heute tote Hose, also ein Rohrkrepierer wie so viele Maßnahmen der BA.
Den Tippfehler bitte ich zu verzeihen: es muss heißen “Billigstarbeitskräfte”. Danke.
Nichts für die Rente, keine Rechte!!