Laut dem Vorstand der Agentur für Arbeit in Nürnberg, Heinrich Alt, wird es in Zukunft weniger 1-Euro-Jobs geben. Vielmehr werden sich die Jobcenter verstärkt der Vermittlung von Hartz-IV-Bezieher in den ersten Arbeitsmarkt widmen und dabei auch neue Wege gehen.
Gedacht ist dabei offensichtlich an die Umsetzung des niederländischen Systems mit so genannten Trainingszentren. In diesen Zentren müssten sich die Hartz-IV-Bezieher dann jeden Morgen melden, um entweder ein Bewerbungstraining, eine Weiterbildung oder einer öffentlichen Arbeitsgelegenheit nachgehen. Durch die tägliche Anwesenheitspflicht würde nach Ansicht des Vorstandes auch die Schwarzarbeit bei Bezug von Sozialleistungen wirksam bekämpft werden.
Laut Alt gebe es rund 200.000 bis 300.000 Menschen, die keine Chance mehr auf eine reguläre Arbeit hätten. Für diese Langzeitarbeitslose soll ein zweiter „sozialer“ Arbeitsmarkt geschaffen werden, der wie die bereits bestehenden Integrationsangebote für Schwerbehinderte aufgebaut werden soll. Das Beispiel der Behindertenwerkstätten zeige, dass es auch möglich sei, Menschen mit schweren Benachteiligungen in die Arbeitswelt zu integrieren.

Warum will man einfach nicht zugeben, dass das Hartz IV-System längst schon gescheitert ist, anstatt jetzt da in weitere sinnlose Maßnahmen immer wieder wie von allen guten Geistern verlassen Geld reinzupumpen? Die BA muss sich offenbar ständig neue Zwangstherapien für Arbeitslose einfallen lassen, um ihre Existenzberechtigung nicht zu gefährden. Solche Trainingsmaßnahmen kenne ich vor allem für Behinderte oder psychische Kranke Menschen, die sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hätten. Will man jetzt den Eindruck erwecken, es fehlt nicht an den Arbeitsplätzen, sondern die Millionen Arbeitssuchenden hätten womöglich ein Handicap? Deutschland war schon immer Weltmeister Ideologien zu erfinden und den schwarzen Peter den Falschen zuzuschieben. Praxis ist immer besser als Theorie. Das wussten schon meine Lehrer. Weil die 1-Euro-Jobs so “teuer” sind, so absurd es klingen mag, sollen sich dann an den Trainingsmaßnahmen dann eben andere wieder eine goldene Nase verdienen für eine Scheinvermittlung. Wenigstens verdient man sich aber bei den 1-Euro-Jobs noch was dazu, was bei diesen ganzen sinnlosen Trainingsmaßnahmen nicht der Fall ist. Solange die ganzen Maßnahmenträger nicht mit den Unternehmen zusammenarbeiten, um Langzeitarbeitslosen tatsächlich ernsthaft integrieren zu wollen, sind diese Maßnahmen Schwachsinn, weil die Maßnahmenträger mit der ARGE sich gegenseitig nur das Geld zuschieben und den Langzeitarbeitslosen als beliebige Masse, krass ausgedrückt “Menschenmaterial”, eine trügerische Hoffnung auf Arbeit geben, die sich nicht erfüllt. Ich kenne die ganzen Maßnahmen der ARGE und diese kosten einen Haufen Geld bei gleichzeitig ausbleibender Arbeitsplatzgarantie. Als ein Bekannter von mir mal von seiner Vermittlerin zu einem 4. Vermittlungscoaching verdonnert werden sollte, weil die anderen 3 coachings nur Vergeudung von Lebenszeit und Geld waren, wollte er erst eine Vermittlungsgarantie bescheinigt bekommen, bevor er die EGV unterschreibt. Die wollte ihm die Vermittlerin nicht geben. Warum wohl?
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