Langzeitarbeitslose sollen künftig stärker als bislang zu gemeinnützigen Arbeiten verpflichtet werden. An Kommunen, die Interesse bekunden, mangelt es nicht. 170 haben sich beworben. Erste Pilotprojekte zur sogenannten Bürgerarbeit laufen bereits in Bayern und in Sachsen-Anhalt. Ziel ist, Hartz-IV-Empfängern einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu bieten.
Dass der Erfolg von derlei Projekten eher mäßig ist, belegen Statistiken. Laut Süddeutscher Zeitung finden nur zehn Prozent der Teilnehmer über die Maßnahmen einen Job. Die Bürgerarbeit hat jedoch noch einen ganz anderen Effekt, der vor allem das Arbeitsministerium freut: Zehn bis 20 Prozent derer, die gemeinnützige Arbeiten erledigen sollen, aber nicht wollen, verabschieden sich komplett aus Hartz IV.
In nächster Zeit sollen 33.000 neue Jobs dieser Art geschaffen werden, vor allen in strukturschwachen Regionen. Dazu stehen 230 Millionen zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen und 200 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.
Für 30 Stunden Arbeit in der Woche – von der Betreuung alter Menschen bis zur Aushilfe im Sportverein – gibt es höchstens 900 Euro brutto im Monat. Das heißt, die Sozialversicherungsbeiträge werden noch abgezogen.

Bürgerarbeit ist eine sinnvolle Alternative für solche Menschen wie mich, die mit Mitte 40 völlig abgekoppelt vom ersten Arbeitsmarkt sind. Bereits seit 3 Jahren lebe ich nun von Hartz IV und bin ab und an in einem sog. “Ein-Euro-Job” in der Hauptschule Weidenberg als Aushilfslehrer bzw. Ganztagesklassenbetreuer (“Leo” für alles) tätig. Für 30 Std qualifizierte Arbeit bekam ich 30,00 EUR extra zum Hartz IV-Regelsatz, der derzeit 359,00 EUR für einen Erwachsenen beträgt. Bei 8 Monaten kam ich so auf nicht einmal 1000,00 EUR extra. So viel zum Thema Menschenwürde.
Mein Arbeitsvermittler hat mich wohl auch schon abgeschrieben und mich sodann wieder auf die Vormerkliste für den nächsten “Ein-Euro-Job” ab Herbst gesetzt. So falle ich wenigstens aus der Arbeitslosenstatistik, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Aktuell bin ich zum Herumsitzen verdammt, da die letzte AGH-Maßnahme am 14.05.2010 auslief. Die allermeisten Hartz IV-Betroffenen bzw. Notleidenden möchten so gerne arbeiten, aber sie haben keinerlei Gelegenheit dazu.
Ich würde mir das Projekt “Bürgerarbeit” auch hier in der Gemeinde Weidenberg wünschen, aber der Bruttoverdienst in Höhe von 900,00 EUR ist ein Hohn. Der beste Weg aus diesem Dilemma ist immer noch der gesetzliche Mindestlohn, den die schwarz-gelbe Koalition so vehement bekämpft. Arbeitsplätze werden dadurch meiner Ansicht nach nicht vernichtet. Selbst die nicht gerade gewerkschaftsnahe Bertelsmann-Stiftung plädiert für Mindestlöhne im Pflegebereich.
Ich bin auch der Meinung das Bürgerarbeit durchgesetzt werden sollte. Leider gibt es noch viel zu viele die dem Staat auf der Tasche liegen und sich ein feines Leben machen….. Sicherlich werden sich viele wieder aufregen über eine derartige Aussage… aber ich habe lange so gearbeitet das ich, wenn ich die Benzinkosten abrechne (jeden Tage 160km Fahrtstrecke) , das gleiche bzw wenig mehr als ein Arbeitsloser hatte. Ich wollte trotzdem Arbeiten weil es mir Spass machte….Und wenn ich dann sehe, sogar in der eigene Familie, wie sich so manch Arbeitsloser teure Sachen leisten kann (woher das Geld auch immer kommt [Hartz4, Kindergeld usw]) und ich muss mir das alles Hart erarbeiten. Nichts gegegen Sozialstaat aber nicht so….Die Grundidee der Bürgerarbeit ist doch das jeder der Hartz4 haben will auch was tun soll und somit könnten die schwarzen Schafe ausgesondert werden, nähmlich die die keine Lust haben….das es mehr Geld sein sollte (angelehnt an den Mindestlohn) ist ohne Frage….
Naja Rene, da vergessen Sie leider wieder, das der Großteil der Hartz 4 Empfänger auch Spass an der Arbeit hat, doch leider fehlen die Arbeitsplätze dazu. Die Meisten würden gern wieder Vollzeit arbeiten.
Auch “teure Sachen kaufen” dürfte wohl für die Meisten nicht zutreffen.
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Woran Ihre Aussage krankt ist der Punkt, das Leistungsbezieher wieder wie faule Schmarotzer dastehen (sorry, aber so sehe ich Ihre Wortwahl).
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Das irgend jemand Hartz 4 Leistungen “WILL”, davon kann keine Rede sein! Diese Leistung steht den Betroffenen zu! Zum größtem Teil ergibt sich der “Anspruch” auf Grund von langjährig geleisteter Arbeit incl. Steuern zahlen (bei mir 30 Jahre).
Sollte man nicht außer Acht lassen!
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Schwarze Schafe gibts auch unter den Arbeitnehmern, davon redet aber keiner. Warum nur nicht? Seltsam.
Es ist wirklich müssig auf solch eine Klischeeartige Aussage zu antworten.
dennoch:
Schon mal auf die Idee gekommen- dass ein Hartz IV Bezieher irgendwelche “Besitztümer” schon vorher hatte??
Ich gehe im Winter regelmässig mit meinem Pelz aufs Amt- schon allein damit ich die blöden Gesichter sehe. Ansonsten hängt das Tierchen im Schrank.
Ferner bin ich mit Schmuck behangen und auch da wird dämlich geschaut. Nichts teures- aber geschmackvoll.
Wer zum Teufel sagt denn, dass ich als H4 Bezieherin nicht fein aussehen darf.? Hä?
Und wenns mir dreckig geht- muss ich nicht dreckig aussehen.
Der Pelz ist übrigens ein Andenken an meine vestorbene Mutter- gekauft hätte ich sowas nicht. Und das Vieh ist bald so alt wie ich- wir könnten also Geschwister sein.
Und was diese Bürgerarbeit angeht- so ist es nichs anderes als Augenwischerei- es kommt nichts in die Kassen- und der H4 Bezieher ist wieder der Gelackmeierte.
Frau von der Leyen hat nur Ideen- die ganz woanders her stammen, da würde ich mir dann mal Gedanken drum machen!!
@Rene
Sind Sie mir nicht bös, aber Sie schreiben und denken Schwachsinniges!
Der Betrag von 900 Euro ist eine Unverschämtheit. Danach bekäme ein solcher Arbeitnehmer nicht mehr als die Grundsicherung, die ihm ohnehin zusteht. Frau von der Leyen diskreditiert sich damit selbst als unmoralisch und bedient niedere Instinkte der bürgerlichen Mitte, die ständig nach solchen absurden Maßnahmen ruft.
Wenn so ein Job den Menschen helfen soll, muß er auch den Anreiz bieten, dadurch mehr zu haben, als ein Alg II-Empfänger ohne Tätigkeit!
Auch die Tatsache, daß schwerstvermittelbare Arbeitslose kaum jemals in eine Vollzeittätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt finden muß vom Gesetzgeber besondere Berücksichtigung finden, wenn er als Arbeitgeber auftritt: Daher muß der Lohn so hoch bemessen sein, daß man einigermaßen über die Grundsicherung kommt und somit auch menschenwürdig davon leben kann.
Nach dem Leyen-Modell aber lebt ein solcher Mensch weiterhin unterhalb der Armutsgrenze!
Bei diesem “Modell” bleibt genauso viel übrig, wie bei ALG II.
Es ist mal wieder “Augenwischerei” und letztlich Zwangsarbeit- also “work for food” sonst nix.
Dieses verdammte Politikerpack, da geht mir jedesmal der Hut hoch.
Es werden offizielle Arbeitsplätze wieder vernichtet, in die Kassen kommt nichts rein- aber Hauptsache- man hat die Statistik bereinigt.
Wir werden es noch erleben- dass es wieder Arbeitsdienst gibt.
Übrigens hier mal die genauen Arbeitslosenzahlen.
So viel Strassen und sonst was gibt es gar nicht- als das man hier noch solche unsinningen Jobs vergibt, die nichts bringen.
http://die-linke.de/fileadmin/download/misc/tatsaechliche_Arbeitslosigkeit_05-2010.pdf
http://die-linke.de/politik/themen/tatsaechliche_arbeitslosigkeit/
Schaut mal rein- lustig ist das Politikerleben. Schön reden und die Leut veräppeln.
Naja im Grunde finde ich die Idee nicht so schlecht.
Allerdings sollte so eine Arbeitsgelehenheit persönlich zugeschnitten sein. Es gibt so viele Jugendliche die einfach nur faul rumhängen und oft eh nur mist bauen, die sicher eine Beschäftigung gebrauchen können.
Dann gibt es noch Familien mit Klein- bis Schulkindern, wo es eben nicht so einfach ist, auch dafür müssen erst Lösungen geboten werden.
(bessere Kinderbetreuung, denn trotz allem sind unsere Kinder die ZUKUNFT, auch aus H4 Familien!)
Wie auch immer, da gibt es noch viel mehr zu bedenken, das alles auf zu zählen würde den Beitrag sprengen.
Für mich stellt sich hier nur im Gegensatz, ob es nicht besser wäre richtige Jobs zu schaffen, als Leute ohne Motivation da rein zu stecken?
Ist es nicht sinnvoller, statt das Hartz4 Geld zu zahlen, etwas oben drauf zu packen (NUR FÜR ARBEITSWILLIGE, auch die gibt es noch) und dafür wieder Beiträge an Steuern zu Kassieren?
Ist es Sinnvoll, Menschen in Zwangsarbeit zu stecken und dadurch richtige Arbeitsplätze zu zerstören? —–> SICHER NICHT
Unsere lieben Politiker sollten mal Ihre experten darauf ansetzen heraus zu finden (NEUTRAL NATÜRLICH), wo der Kreislauf zu durchbrechen ist.
Wo kann man ansetzen, diese verdammte Wirtschaft wieder in einklang zu bekommen?
Da stellen sich mir die Fragen:
Warum muss ein Brot, dass zu DM Zeiten 99 Pf gekostet hat, nun 1,29 € Kosten muss…..
Warum müssen plötzlich Baumaterialien so unverschämt teuer sein?
(Ich baue gern viel mit Holz, daher der vergleich…… Früher kostete normales Spanholz 16er Stärke pro qm um die 6DM, Heute kostet das selbige fast 10€….. Wie kommen solche Preise zusammen?
Also wenn ich das mal so überlege haben alle dran schuld die sich Ihre Preise selbst bestimmen dürfen (freie Marktwirtschaft pf…)
Da müsste mal mehr auf die Finger der Kostentreiber gesehen werden und nicht auf die die machtlos dem gegenüber stehn.
Hab mal etwas weiter meinen Interessen nach gegeben und eine zu diesem Thema gut passende Seite gefunden.
Da könnte man doch sicher auch gut Sparen
http://de.wikipedia.org/wiki/Parteienfinanzierung#Finanzierung_aus_staatlichen_Mitteln