Die Idee von Heinrich Alt, Vizechef der Bundesanstalt für Arbeit, die Wohn- und Heizkosten von Hartz-IV-Empfängern zukünftig als Pauschale zu zahlen – abhängig von der Region – schlägt hohe Wellen. Zum einen wegen der Begründung, bislang würden Leistungsempfänger den gegebenen Rahmen bewusst ausreizen. Zum anderen aufgrund der Befürchtung, Gemeinden könnten versuchen, sich auf diesem Weg zu sanieren.
Eine von den Städten festgelegte Pauschale bietet aus Sicht von Heinrich Alt den Anreiz, „sich günstigeren Wohnraum zu beschaffen“. Schließlich sei eine hundertprozentige Versorgung durch den Staat antiquiert. Das würde, so der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, auf Dauer zur Ausgrenzung und Isolation von Betroffenen führen. Er bezeichnet es als „zynisch“, Hartz-IV-Empfängern vorzuwerfen, sie seien nur darauf aus, die gesetzlichen Leistungen voll auszunutzen. Ähnlich argumentiert Amelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): Die Wohnkostenpauschale würde zum „Einfallstor für Kürzungen des Regelsatzes“.
Von einer anderen Warte aus, nichtsdestotrotz entsetzt, bewerten die Grünen die Idee von Heinrich Alt. Die kommunalpolitischen Sprecher, Markus Kurth und Britta Haßelmann, sprechen von „Zwangsumzügen“. Statt sich darum zu kümmern, dass Hartz-IV-Empfänger Arbeit finden, würden sie zum Umzug gezwungen. Zudem stelle die Pauschale, die für sie gleichbedeutend ist mit einer Senkung der Wohnkosten, eine „Kompensation für klamme Kommunen“ dar. Im Koalitionsvertrag sei ein solcher Schritt ohnehin schon besiegelt worden.

Gerade diese Arbeitslosenverwaltungsagentur soll man ganz still sein allen voran ihr Sprachrohr Herr Alt. Auf der einen Seite die Heuchelei, die Arbeitslosen in Schutz nehmen zu wollen aber auf der anderen Seite nun angebliche Anreize zu schaffen, dass die Arbeitssuchenden noch weiter ins Abseits in irgendwelche schlechte geheizten und baufälligen Bruchbuden abgedrängt werden. Dieser Herr Alt verschweigt geradzu, dass es im Prinzip gerade in Kommunen mit hohen Mieten keine Möglichkeit gibt, sich günstigeren Wohnraum zu suchen. Von einem Anreiz zu sprechen ist eine Frechheit, wie wenn es nur daran liegt, dass es zu viele Wohnungen gäbe, die so klein und billig wären, dass jede Kommune sie ohne Probleme zur Verfügung hätte. Abgesehen davon wurden die Wohnungen im Laufe der Jahrzehnte immer grösser und entsprechend teurer. Die Anzahl an leerstehenden Wohnungen in Grossstädten ist immens. Doch diese stehen deshalb leer, weil sie sich keiner leisten kann. Oft werden diese sogar abgerissen, weil es sich angeblich wirtschaftlich nicht mehr lohnt, wie man das oft hört. Mein Gott, wie weit ist dieses Land gesunken, dass diese Deppen der Arbeitsagentur so einen Mist daherreden. Die sind die eigentlichen Schmarotzer, weil sie im Prinzip so unnötig wie ein Kropf sind. Das eingesparte Geld könnte man auch gut zur Verteilung an die ALG-2-Empfänger verteilen, denn zur Vermittlung ist diese Agentur überflüssig.
Kleine Wohnungen sind doch oft im Verhältnis zu größeren sogar teurer. Besonders in den Städten – und da gibt es EVENTUELL eher eine Chance auf einen Job als auf dem Land – abgesehen davon stehen hier die “Chancen höher” ZU VEREINSAMEN oder “ABZUSACKEN”, jedenfalls als Single.
Bei der ARGE sitzen überwiegend nicht nur INKOMPETENTE sondern auch noch arrogante (Schutzfassade), unfreundliche (oft junge Lebensunerfahrene oder “alte” vom eigenen Privatleben verlassene) Leute. Und dann will man auch noch distanziert bzw. unabhängig von der Arbeitslosenvermittlungsagentur sein … hahaha
in was für einem land leben wir,hier werden alle gleich behandelt jeder der von hartz 4 lebt wird wie ein penner über den tisch gezogen egal warum er hartz 4 bekommt ich habe über 40 jahre in schicht gearbeitet bis ich nicht mehr konnte hätte ich meine sozialabgaben auf die bank gebracht währe ich jetzt millionär bei 5% zinsen jetzt lebe ich krank wie ich durch die arbeit wurde von der hand in den mund ab und zu habe ich gar nichts zum speisen weil meine medizin nicht von der arge übernommen wird ist aber lebensnotwendig die genau wie die LVA hoffen auf mein ableben schönen gruß an alle die auch in so einer lage sind.
In meiner Heimatstadt gab es (2009) durch die Wohngeldbehörde eine Erhebung (Umfrage bei lokalen Wohnungsanbietern), zwecks der Findung eines rechenbaren Preises für die Wohnkosten (Miete) der hiesigen “Hartz 4 Bevölkerung”.
Laut dieser Umfrage liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis ohne Betriebskosten bei 4,13 Euro.
Tatsächlich liegt der Durchschnittspreis aber bei ca. 5,00 Euro!
Was natürlich auch nicht mit berücksichtig wird bei den Berechnungen der Gesamtmiete ist, dass die Wasser- und Heizkosten immer nur eine Kostenrichtung kennen, nämlich nach oben. Da soll der “Betroffene” dann halt sparen. Welch Hohn, wenn man bedenkt das noch preiswerterer Wohnraum kaum zur Verfügung steht.
Eine regionale, richtig berechnete Wohnkostenübernahme ist hier von Nöten, da die meisten Betroffenen sowieso schon sparen wo es geht.
Der obige Vorschlag ist irrrelevant und nicht umsetzbar – es gibt einfach zu wenig Brücken in Deutschland.
Ich verstehe bis heute nicht, warum immer – und immer öfter – auf Hartz IV-Empfänger eingeprügelt wird. Haben die eigentlich nichts Besseres zu tun? Wie wäre es z.B. mit der Schaffung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze?
Steuersünder etwa, die ihr Geld in die Schweiz verfrachtet haben und sich jetzt, nach Zuspielung der Steuersünder-CD selbst anzeigen, entgehen einer Strafe. Wenn sich ein Hartz IV-Empfänger etwas zu Schulden kommen lässt, wird sofort sanktioniert. Frage an alle: ist das gerecht? Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen (Banker-Boni trotz Zockerei und Milliardenschäden …)
Was die Wohnpauschale anbelangt, so verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass bald alle Hartz IV-Empfänger etwa so leben sollen wie die Amish People.
Noch eine Frage zum Schluss: wenn sich Hartz IV-Empfänger eine billigere Wohnung suchen sollen, wo bitte sind denn diese günstigen Wohnungen? Und überhaupt, wer garantiert denn dafür, dass die Miete in der neuen, günstigeren Wohnung in 1 Jahr immer noch so günstig ist und man nicht schon wieder umziehen muss?
Die Akzente werden hier offensichtlich vollkommen falsch gesetzt.
Ende der Diskussion!
Mit diesem Kommentar halte ich es mit Herrn Klostermann. Auf Hartz IV Bezieher kann man leichter einprügeln als auf einen Herrn Westerwelle.
Dieser ist, durch seine Klientel, den Lobbyisten, abgesichert. Die Langzeitarbeitslosen haben aber leider keine Lobby.
Würde die Wohngeldpauschale eingeführt werden, so wäre dieses unsozial. Denn die Miete, für eine Wohnung, kann auch einmal steigen und wer soll dann den Differenzbetrag zur Mietpauschale zahlen? Etwa der Empfänger oder die Empfängerin des ALG II? Dieses kann einfach nicht sein.
Außerdem würden dadurch auch Wohnghettos entstehen. Denn die Hartz IV Bezieher wären dann ja auch gezwungen sich eine günstigere Wohnung zu suchen. Und diese gibt nun einmal fast nur in solchen Ghettos.
Was heisst hier Wohngeldpauschale + Hartz IV???
Ich bekomme weder noch!
Weil jeweils das eine Amt auf die Zuständigkeit des anderen verwiesen hat (incl. Empfehlung, wo ich denn mehr Geld erhalten würde…), die ARGE wollte unbedingt unseren Junior “registrieren”, obwohl er in NL (mein Partner ist sein deutscher Vater – die Mutter ist aus den 5 Minuten entfernten Niederlanden) noch in der Ausbildung ist – er hatte eben dort gerade einen Schulwechsel vorgenommen und einen Monat “Pause”- also laut ARGE “frei” für den deutschen Arbeitsmarkt… !?! …
Für Hartz IV errechnete man mir/uns 47,- €, außerdem MÜSSTEN wir sowieso ERST Wohngeld beantragen. Auf dem Amt für Wohngeld errechnete man mir für unsere Verhältnisse 150,- €.
Die Sachbearbeiterin riet mir aber, ich solle auf jeden Fall erst mal kein Wohngeld beantragen, sondern bei der ARGE auf Hartz IV bestehen, da mein Partner und ich nicht verheiratet sind – wegen meiner Krankenversicherung!
Nett gemeinter Tipp, aber “ähnlich netten Tipp” bekam ich wiederum von dem jungen Mann bei der ARGE: “Nehmen Sie lieber das Wohngeld, das ist ja mehr, davon können Sie dann ihre Krankenversicherung bezahlen.” …?!??!… Äh… tja…
Zwischenzeitlich hatte ich Erfolg mit einer Bewerbung beim …naja… einem von Amtswegen ausgeschriebenen 400,- €-Job, d.h. etwas weniger und noch mal ca. 20,- € freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse.
Uff… wenigstens noch ein kleines Mitglied dieses (Klein-)Städtischen Kreises, in den es mich vor nun mehr fast 5 Jahren “der Liebe wegen” her zog.
Wieder beim Wohngeldamt, fragte mich die ehemals so fürsorgliche Bedienstete, wie ich denn darauf käme, dass uns überhaupt Wohngeld zustünde …??!? Äh… tja…
Also die (niederländische) Frührente meines 45-jährigen Partners (aufgrund einer Gen-Krankheit – die seine beiden Kinder im übrigen auch haben) ist ganz ok – aber da ich im selben Jahr seiner Berentung meine “alte” Vollzeitstelle (jetzt 110 km entfernt – also tägl. 220 km Fahrt…2 Jahre lang) verlor, waren wir um 50% reduziert worden. Und jetzt ist es halt noch weniger!
Aber wenn man versucht, in kleinen Schritten wieder Berg aufwärts zu krachseln, wird man in diesem unseren Lande am empor klimmen
gehindert, weiter nach unten gedrückt und dann abgestempelt!!!
Sch… Vaterland ;-(
“Ne schöne Jeruß an all die, die unfehlbar sind…”
Ich bin selber betroffen und doch einverstanden damit, die Höhe der erstatteten Kosten über eine Pauschale zu begrenzen.
Jeder, für seine Kosten selber aufkommen muß, achtet auf einen geringen Energieverbrauch.
Werde ich aber nicht in Verantwortung genommen, kann ich die Wohnung im Winter beheizen und durch die offenen Fenster die Strasse auch gleich mit – ist ja nicht mein Geld.
@Edwin Anders
Darum geht es der Politik aber gar nicht. Sie können sparen, so viel Sie wollen, irgendwann kommen Sie zu einem Peak-Level, wonach Sie die Mehrkosten nicht mehr im Griff haben können mit Ihrem kleinen Einkommen, weil die Energiekosten ins Uferlose steigen.
Das weiß auch die Politik.
Es geht ihr aber darum, Hartz IV-Bezieher an die Wand zu drücken und sorgen daher ständig über die Medien um ein entsprechendes schlechtes Bild der Fürsorgeempfänger. Das steigert die Wut bei den Bürgerlichen. Die Hetze gegen die Fürsorgeempfänger zeigt Wirkung, während das Versagen der Politik in der Finanzkrise kaum wahrgenommen wird.
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