Westerwelle befürchtet Spaltung der Gesellschaft

Politiker müssen grundsätzlich damit rechnen, für ihre Aussagen oder Positionen zumindest verbal angegriffen zu werden. Guido Westerwelle scheint trotzdem eher überrascht angesichts der harschen Kritik an seinen Worten und wehrt sich. Für ihn stehe nach wie vor fest, dass es geistiger Sozialismus sei, wenn man dafür angegriffen werde, dass jemand der arbeitet, mehr haben müsse als jemand, der nicht arbeitet.

„Wer arbeitet, darf nicht mehr und mehr zum Deppen der Nation gemacht werden“, so Guido Westerwelle und nennt ein Beispiel „himmelschreiender Ungerechtigkeit“: Es könne nicht angehen, dass eine verheiratete Kellnerin mit zwei Kindern 109 Euro mehr im Portmonee hätte, würde sie sich für Hartz IV entscheiden. Der FDP-Vorsitzende warnt davor, dass die Gesellschaft gespalten werde, sollte die Mittelschicht noch weiter schrumpfen.

Für diese Sicht der Dinge wirft Verdi-Chef Frank Bsirske dem FDP-Chef vor, es gehe ihm offensichtlich um eine Gesellschaft, in der Geld regiere und nur der etwas zu melden habe, der auch etwas hat. Mit den Sozialleistungen würde die Menschenwürde garantiert, keine Gnadengabe gereicht. Wie die Fraktions-Chefin der Grünen, Renate Künast, und der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sieht auch Bsirske in den Äußerungen Westerwelles nichts anderes als eine Beleidigung und Diffamierung von Langzeitarbeitslosen. „Diese Aussagen sind für einen Vizekanzler unangemessen“, ergänzt Michael Sommer.

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0 Antworten auf Westerwelle befürchtet Spaltung der Gesellschaft

  1. Julchen sagt:

    http://www.tagesspiegel.de/medien/karikaturen/cme803,324657.html

    sagt alles: Ein Klientel auf der Party-

    Westerwelle bereitet einem nur eines: Übelkeit.
    Bei soviel Falschheit kanns einem ja nur übel werden.

  2. R.Schmidt sagt:

    Wenn die Kellnerin 109 Euro zu wenig gegenüber dem Regelsatz hat, bekommt sie diese durch Hartz 4 Leistungen und hat das Selbe! Zuzüglich der Trinkgelder! Die bei Westerwelle unter den Tisch fallen.
    Tja Guido, dummes Beispiel gewählt, Hausaufgaben nicht gemacht – nachsitzen!

    • M.M sagt:

      Trinkgelder kann man nicht dabei zählen, man hat die nicht immer….

      Das beispiel ist in dem Fall schlecht aber die Kellnerin die mit 109€aufgestockt wird geht wenigstens Arbeiten!!! Und Sie Kostet dann auch “nur” 109 Euro statt XXX. Sie wissen selbst was man bekommt….

      • R.Schmidt sagt:

        Das heißt aber auch nicht, das die verheiratete Kellnerin mit 2 Kindern die von Hartz 4 lebt, zu dumm, zu faul, zu besoffen oder änliches ist um arbeiten zu gehen. Sie hat nur keinen Job gefunden!
        *
        Man muß mal ganz klar stellen, ALG II Bezieher sollten nicht für Vergleiche mit der arbeitenden Bevölkerung herhalten müssen. Denn es läßt sich nicht vergleichen. Letztendlich sind es Arbeitssuchende! Genauso wie die, die ALG I beziehen, nur eine Stufe schlechter dran.
        *
        Regt sich jemand über ALG I auf? NEIN! Warum nur nicht, sind doch auch ohne Job?
        *
        ALG II Empfänger haben zu meist auch jahrelang in die Sozial- und Rentenkassen eingezahlt. Jetzt heißt es Sozialschmarotzer, und warum?
        Denkt die breite Masse wirklich, das die in einschlägigen Sendern gezeigten Menschen ( Jasmin, 24 Jahre, München, Hartz 4 – “I hob keeene Lust zu Maluchen”) der Inbegriff von Hatz 4 Beziehern ist?
        Dann muss ich sagen, Bildung wo bist du. Logisch denken sollte man heute schon können.

  3. H-G-M sagt:

    Wirtschaftskrise, Scheidung, etc. in Hartz IV ist man schneller drin als man sich vor ein paar jahren im Alptraum vorgestellt hat.
    Der Weg raus ist, vorsichtig ausgedrückt, schwierig, insbesondere wenn man als langjähriger Selbständiger für Arbeitgeber suspekt ist.
    Natürlich, wer arbeiten will findet immer Arbeit. Meist fehlt dazu nur die passende Bezahlung.
    Was keiner wahrhaben will, wurde schon vor Jahrzehnten von “Zukunftsspinnern” propagiert: noch bevor uns das Öl ausgeht, geht und die Arbeit aus. Gezwungen, durch Hartz IV jede Arbeit anzunehmen, ist das ein schönes Potential für Billiglohnanbieter. Man bringt einen Hartz IVer in Lohn und Brot (oder auch nur Brot) und kickt dafür die leider etwas teuerer bisherige Arbeitskraft.
    Und wer glaubt, dass das nur “ungelernten” passieren kann, der soll sich mal die Mengen an Akademikern anschauen, die mit 50+ kaum über die Datenaufnahme in der Recruitment-Software hinauskommen.
    Mag Westerwelle das Beispiel nicht komplett durchdacht haben, so zeigt es doch das Dilemma: In der Tat sind die derzeit angebotenen Jobs von derart niedrigem Bezahlungsniveau, dass man über Hartz IV tatsächlich kaum weniger in der Tasche hat. Die Schlussfolgerung ist aber nicht, dass Hartz IV zu hoch ist, sondern dass die angebotenen Jobs zu mies bezahlt sind. Allerdings würde sich die meisten dieser Jobs aus Arbeitgebersicht auch nicht lohnen, wenn mehr dafür bezahlen müssten, weil sie fast überflüssig sind – z.B. im Callcenter den Bestandkunden, die monatlich für weniger als 5 Euro telefonieren, eine Wochenendflatrate andrehen für zusätzliche 5 Euro.

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