Bündnis will Sanktionen bei Hartz IV abschaffen

Aus eigener Kraft wird man die Sanktionen natürlich nicht beseitigen können. Doch der Zusammenschluss aus Politikern, renommierten Wissenschaftlern und Kulturschaffenden hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Situation der Hartz IV Empfänger in Deutschland zu verbessern.

Das parteiübergreifende Bündnis macht sich dafür stark, dass die zum Teil gravierenden Sanktionen gegen die deutschen Hartz IV-ler weniger schnell Verwendung finden sollen als bisher üblich. Etliche der Kürzungen durch die Arbeitsagenturen erfolgen dabei, weil sich die Erwerbslosen vielfach nicht unmittelbar bei der zuständigen Stelle arbeitslos bzw. arbeitssuchend melden.

Eine Anfrage der Linken im Bundestag hatte ans Tageslicht gebracht, dass allein 2008 gegen gut 789.000 Hartz IV-Empfänger Leistungskürzungen durchgesetzt wurden. Etwa 25% Kürzungen entfielen dabei auf Empfänger im Alter bis 25 Jahren.

Dabei wurde 97.000 Mal sogar eine komplette Streichung der Bezüge in dieser Altersklasse vorgenommen, was auch einen Verlust des Krankenversicherungsschutzes nach sich zieht. Gegen die massive Einsetzung von Sanktionen spricht auch die Erkenntnis von Sozialwissenschaftlern, dass die Kunden der Argen zunehmend Angst vor dem Gang zur Behörde entwickeln.

Auf der Unterschriftenliste des Bündnisses finden sind unter anderem auch die Unterschriften von Ver.di-Chef Bsirske und der Vorsitzenden des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Heidi Merk. Beteiligte Wissenschaftler fordern mehr gesellschaftliche Mitbestimmungsmöglichkeiten für Bezieher von Hartz IV, um diese Gruppe wieder stärker zu integrieren und aus dem Abseits zu holen.

2 Gedanken zu “Bündnis will Sanktionen bei Hartz IV abschaffen

  1. Finde ich völlig richtig, denn Sanktionen haben keinerlei erzieherischen Wert, und sie führen auch nicht zu mehr Arbeitsplätzen. Umgekehrt bietet es sogar mancherlei Vorteil. Es befreit Erwerbslose von dem Zwang, jede nur erdenkliche Beschäftigung anzunehmen, und sei sie auch noch so schlecht bezahlt, und erschwert es so den Arbeitgebern Erwerbslose gegen die Beschäftigten als Lohndrücker auszuspielen. Also ein Vorteil nicht nur für Erwerbslose, sondern durchaus auch für Beschäftigte.

    Klaus Hauswirth
    ( Bundeserwerbslosenauschuss ver.di)

    Ps.: Wo finde ich die Liste zum weiterleiten.

  2. Ich selber habe bisher noch keine Sanktionen erhalten, finde sie aber nur reine Erpressung, egal in welchem Alter ein Alg 2 Empfänger ist.
    Es ist die blanke Ohnmacht der Behörden,da sie selber nicht wirklich vermitteln können. Wäre doch wünschenswert, wenn die Mitarbeiter ” Fallmanager” auf die Arbeitslosen persönlich eingehen, statt sie in irgendwelche Maßnahmen zu stecken, nur um was zu tun, nur um wieder jemand abgearbeitet zu haben.
    Diese Sanktionen bringen nicht wirklich etwas.
    Das Gesetz Hartz4 muss weg. Es war ein riesen Fehler, und dass wollen sich die Herrn Politiker nicht eingestehen.
    Ein Grundeinkommen würde ich auch begrüßen.
    Ich beziehe auch Alg2, aber ich würde auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen arbeiten gehen, doch auch nur eine Arbeit, in der ich mich wohlfühle und gerne hingehe, statt zu etwas gezwungen werde.
    Kann gut verstehen, wer sich nicht alles bieten lässt von den Mitarbeitern der Arge.
    Als es noch die Sozial und Arbeitslosenhilfe gab, wurden die Menschen nicht so behandelt.
    Das was heute abläuft, ist Menschenunwürdig und kränkend, demütigend.
    Es wird Zeit, dass die Leute auf die Straße gehen und sich dagegen wehren.
    Jeder hat doch das Recht auf freie Wahl seines Arbeitsplatzes. Tja und dann dauert es halt länger, bis jeder einen Job findet.
    Das Geld ist schon wenig, aber ich finde mit Druck und Erpressen und Sanktionen wird nichts erreicht.
    Der Mensch ist viel bereit williger, wenn er als Mensch auch behandelt wird und nicht als eine Nummer beim Jobcenter.
    Naja ….ist meine Meinung. Lesen nur nicht die Richtigen.
    Die Politiker haben ja ihr Geld, denen gehts gut.
    Eine finanzielle Sicherheit würde vielen helfen, auch mehr für sich zu tun, von selber.
    Klar gibt es auch Leute die nicht wollen, aber das sind nicht alle.
    Ich würde selbst mit dem Grundeinkommen oder Bürgergeld mich privat Weiterbilden und mich versuchen selbständig zumachen. So ist es mein Plan.
    S. Neumann

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