Zahl der selbständigen Hartz IV Nutzer steigt weiter an

Erst am gestrigen Tage berichteten wir an dieser Stelle darüber, dass viele Verbraucher in Arbeitslosigkeit den Weg in die Selbständigkeit als möglichen letzten Ausweg aus Hartz IV verstehen. Und infolge dessen die Angebote des Staates zur Existenzgründung nutzen.

Dabei darf jedoch keineswegs vergessen werden, dass es auch für die Selbständigen im Lande immer schwieriger wird, sich wirtschaftlich über Wasser zu halten in der Wirtschaftskrise. Und auch vor dem Ausbruch war vielfach nicht nur in den ersten Monaten nach dem Start ins neue, eigenverantwortliche Leben die Hilfe der Arbeitsagenturen gefragt.

Dies bestätigen auch die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. So waren allein im Februar bundesweit 117566 Selbständige im Bundesgebiet auf zusätzliche Leistungen des Staates in Form von Hartz IV angewiesen, um den Lebensunterhalt finanzieren zu können.

Die Spuren der Krise sind deutlich erkennbar. Denn noch im Dezember 2009 beliefen sich die Zahlen auf mehr als 5000 selbständige Verbraucher weniger. Der Blick auf die vergangenen zwei Jahre sieht indes noch deutlich schlimmer aus. So hat sich die Aufstocker-Quote seit 2007 sogar verdoppelt.

In Deutschland sind etwa 1,3 Millionen Berufstätige inzwischen auf Hartz IV Leistungen angewiesen. Davon gehen mittlerweile rund 8,5 Prozent auf das Konto der Selbständigen, von denen fast 50% weniger als 400 Euro verdienen pro Monat.

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Eine Antwort auf Zahl der selbständigen Hartz IV Nutzer steigt weiter an

  1. Anonym sagt:

    Nach Jahren der Arbeitslosigkeit will auch ich endlich aus Hartz IV raus. Hartz IV ist eine Überlebenshilfe. Mehr nicht. Bevor (M)man auf diese Leistungen angewiesen ist, ist etwas zusammengebrochen, eingebrochen, zerstört. Vielleicht auch nicht ganz ohne eigenes zutun. Ich hätte Vorsorge treffen können. Ich habe es geahnt. Mein letzter Arbeitgeber (EDV-Branche) hat mich (aus wirtschaftlicher Notwendigkeit) als letzten im Vertrieb entsorgt. Kein böser Wille. Es hat ihn geschmerzt. Auch ein Teil seiner Pläne wurde jäh zerstört, als er mich nach fast 3 Jahren auf die Straße setzen m u ß t e. Ich bin genug Kaufmann und habe mich verwurdert, wie lange er mich gehalten hat, nebst Dienstwagen zur privaten Nutzung. Aber, und das war mein Fehler, ich habe meiner Vorahnung (ca. 1 Jahr vor der Entlassung) keine logischen Schritte folgen lassen. Ich hätte mich r e c h t z e i t i g um einen anderen Arbeitsplatz kümmern müssen. Sehr im Beruf eingespannt gewesen zu sein ist eine Ausrede, die all zu leicht über die Lippen kommt. Ich war 51 Jahre alt, als es mich zum 3. Mal traf. Davon zweimal im elterlichen Betrieb. Was dann, nach der Kündigung kam? Dienstwagen weg, Lebensgefährtin weg, überhasteter Schritt in eine Selbstständigkeit. Aber die Gesundheit fing an nicht mehr mitzumachen. Positiv Denken kippte in Depression und absolute Mutlosigkeit um. Auch Psychopharmaka waren zwar ein erster Halt, um den freien Fall zu stoppen. Auch ich war schon zu tief gefallen. Wohnungsverlust, “Obdachlosigkeit”. Eine rührende Dame auf dem Stuttgarter Amt besorgte mir eine Bleibe in einem einfachen Hotel. Call-Center für 3 Monate. Rausschmiß, weil die Psychopharmaka mich unaufmerksam und oft sehr müde haben werden lassen. Falsches Datum in der Maske vom Call-Center Glöckle eingetragen, dann mich zwar abgemeldet im Anwesenheitssystem und im Ruheraum 20 Min geschlafen, aber bei die Vertretung des Teamleiters, eine selbst hochgradig verstörte Frau hat´s mir krumm genommen und wie Menschen nun man sind, wenn sie am Arbeitsplatz selbst mit dem Rücken zur Wand stehen, sie hat es nach “oben” weitergetratscht. Sofortige Kündigung, da half auch das Intervenieren meines Personalleasingagenten nichts. Call-Center sind interessant, aber eben wie Durchlauferhitzer. Finger weg! Aber was macht man nicht alles in der Not – und wenn ´s nur für kurze Zeit sein soll. Ein Freund aus Studienzeiten hat mich dann nach Karlsruhe geholt, weg aus der Tristeste des kleinen Hotelzimmers. Die Zeiten von Hunger, Ladendiebstahl und Schwarzfahren, trotz Hartz IV, waren vorbei. Endlich das Gefühl es geht wieder, zwar im Schneckentempo, aufwärts. Aber ich war zu tief gefallen. Es dauerte noch weitere drei volle Jahre, bis ich da angelangt war, wo ich heute bin. Am Montag 3 (d r e i, kaum zu glauben) Möglichkeiten wieder eigenes Geld zu verdienen. Zwei als Freiberufler, eine als Angestellter mit Dienstwagen. Wenn das nichts ist! Es ist wie Ostern und Weihnachten und noch viel, viel mehr zusammen.

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