Arbeitende Hartz IV-ler werden weiter mehr

Der schwerer Vorwurf derer, die hierzulande nach umfassender Einführung von Mindestlöhnen rufen, ist unter anderem auch die Tatsache, dass in zunehmendem Maße deutsche Arbeitnehmer ebenfalls zusätzlich das Arbeitslosengeld II benötigen, um über die wirtschaftlichen Runden zu kommen.

Die Zahl dieser Gruppe von Verbrauchern wird inzwischen auf gut 1,35 Millionen Arbeitnehmer beziffert. Laut einer Veröffentlichung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung handelt es sich nur in den wenigsten Fällen um Arbeitnehmer mit einem Vollzeit-Job.

Vielmehr sind die genannten „Aufstocker“ beim Hartz IV in der Regel wöchentlich in Größenordnungen von weniger als 35 Stunden berufstätig. Das IAB kommt bei der Erörterung der Sachlage zu dem Ergebnis, dass vielfach vor allem das Fehlen einer richtigen Berufsausbildung, Gesundheitsprobleme oder zu schlechte Angebote für die Nachwuchs-Betreuung Grund für den Bedarf an Hartz IV-Leistungen sind, weil ein Ausbau der Arbeitsverhältnisse oftmals nicht infrage kommt.

Einen Unterschied gibt es wie so oft bei Durchschnittseinkommen auch zwischen Ost und West. Mit sieben Euro verdienen die Hartz IV beziehenden Aufstocker im Westen einen Euro pro Stunde mehr als die Leidensgenossen im Osten des Landes. Bei den Arbeitnehmern mit Anspruch auf Hartz IV sind nur etwa 20% wöchentlich mehr als 35 Stunden im Arbeitseinsatz, mehr als 50% jedoch arbeiten nur maximal 15 Stunden pro Wochen.

Das könnte Sie auch interessieren

2 Antworten auf Arbeitende Hartz IV-ler werden weiter mehr

  1. Keller Viola sagt:

    Sehr gehrte Damen und Herren, den Größenordnungen von weniger als 35 Stunden die Woche tätig zu sein und einen Aufstockungsbetrag zu bekommen, kann ich nicht Recht sprechen. Mein Mann ist LKW Fahrer und hat ein Grundgehalt von 1125,00 Euro alles andere sind Zuschläge und arbeitet im Schnitt 14-16 Std. am Tag. Also Wöchentlich 70 -100 Std., denn eine Woche geht er von Mo.-Fr. und die andere Woche von So.-Sa.
    Doch Überstunden werden nicht bezahlt und können nicht abgefeiert werden. Einen Urlaubsanspruch von 20 Tagen, kein Urlaubs- Weihnachtsgeld.
    Dadurch benötigen wir diesen Aufstockungsbetrag.
    MfG Viola Keller

  2. Martin Tiedemann sagt:

    Hallo liebe Viola Keller,
    kann dir nur zustimmen, bin selbst Lkw-Fahrer und arbeite im selben Rhytmus wie dein Mann, auch die anderen Rahmenbedingungen sind so. Wir sind auch der Meinung das es unverschämt ist, das man bei der langen Arbeitszeit noch auf den Aufstockungsbetrag angewiesen sein muss und dann auch noch durch die Arge gegängelt wird. Die Freibeträge die einem vom Amt zugestanden werden sind ein Witz. Wir Männer würden ruhiger leben würden wir zu Hause bleiben. Besonders wenn man sieht wie gut es dem arbeitslosen Nachbarn geht.
    Ich würde sagen da ist langsam mal die Politik gefordert, ich nehme an es wird noch viele Beispiele solcher Lkw-Fahrer-Familien geben,denen es so geht wie uns.
    MfG Martin

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>