Bedenkt man, wie sehr sich viele Bezieher von Hartz IV bemühen muss, um überhaupt mit dem angeblichen Existenzminimum über die Runden zu kommen, wundert es kaum, dass zunehmend Veranstaltungen von Betroffenen gegen die vermeintliche Willkür der Behörden auf die Beine gestellt werden.
So zum Beispiel aktuell wieder am Wochenende auf der traditionellen Berliner Herbstdemo. Nicht genug damit, dass inzwischen von vielen Seiten der Verbraucherzentralen, Arbeiterwohlfahrt und anderen sozialen Organisationen auf die zu geringen Zahlungen an die Bürger hingewiesen wird.
Die Tatsache, dass viele Hartz IV-Antragsteller verstärkt bereit sind, sogar für das eigene Recht vor Gericht zu ziehen, wächst die Solidarität unter den Betroffenen. Verärgert sind viele der Bezieher der Sozialleistung vor allem davon, dass ihnen immer öfter auch die Zahlungen von notwendigen Dingen wie Medikamenten verweigert werden.
Die juristischen Auseinandersetzungen finden erst zum Teil erst nach Zeiträumen von zwölf und mehr Monaten statt. Viel zu spät in eiligen Fällen, in denen es auch um die Gesundheit der Antragsteller geht. Allein in Berlin mussten inzwischen 40 zusätzlich Richterstellen an den Sozialgerichten geschaffen werden, um der Flut der Klagen gegen die Entscheidungen der ARGEN Herr werden zu können. In vielen deutschen Großstädten sollen nun in wachsendem Maße die Proteste lauter werden, wenn es nach den Interessenvertretungen der Hartz IV Empfänger geht.

Die Proteste sind sehr wichtig. Würde man den Bürgern ein Grundeinkommen geben, wäre dies viel besser. So könnten die Menschen in Würde leben.
Mit freundlichen Grüßen
Lars Michael Lehmann
Sehe ich genauso. Es hat Methode, dass der Regelsatz so niedrig bemessen wurde, damit die auf ALG2 angewiesenen Menschen gerade so bei Leben gehalten werden, um dann für Niedrigstlöhne arbeiten zu müssen, die aber auch nicht etwas “reicher” und glücklicher machen. Stattdessen werden viele langfristig mit den Folgen von Hartz IV krank und weil das unser Staat so gut weiss, schiebt er auch dieser missliebigen Entwicklung einen Riegel vor, indem er zum einen die Medikamente nicht mehr bezahlt, die gerade aus der Krankheit in die Arbeitslosigkeit bzw. Hartz IV geraten sind und zum anderen will er den Prozessgang erschweren. Eine Demokratie sind für mich anders aus, denn darf das Recht nämlich kein Geld kosten, sonst haben wir amerikanische Verhältnisse, wo man sich selbst als Steuerhinterzieher freikaufen kann.
Ich werde den Gedanken einfach immer noch nicht los, dass man sich der Verantwortung für die ALG2-Bezieher bequem entziehen will und Methoden aus der Vergangenheit, wenn auch nicht direkt, anwenden möchte. Was passiert nämlich mit ALG2-Empfängern, die sich selber nicht mehr versorgen können, weil das Geld fehlt und die Medikamente nicht mehr bezahlt werden können? Jetzt nicht falsch verstehen, aber das Problem eines jeden ALG2-Empfängers löst sich dann quasi von selbst, wenn keiner mitbekommen haben will, dass der eine verhungert und der Andere aufgrund fehlender Medikamente frühzeitig verstorben ist ohne dass da der Protest als letztes Mittel doch noch zum Überleben verholfen hat. Macht von eurem demokratischen Recht gebraucht: Protestiert, so lange ihr noch könnt und solange ihr noch die Kraft habt. Besser wirds in diesem Lande nicht mehr werden…
@Franzose
im großen und ganzen Stimme ich zu. Man sollte aber nicht so schwarz sehen, ich selber als Legastheniker habe viel schwerere Zeiten durch: Sonderschule, aus politischen Gründen war ich in einer Behindertenwerkstatt und durfte trotzt Hochbegabung nicht den Beruf lernen den ich wollte. Aus dieser Krise, ist aber meine Arbeit für die Betroffenen erwachsen.
Krisen sind Chancen, und protest gehört zur Demokratie. Abschwünge in der Wirtschaft gab es immer wieder. Durch die Golabisierung sind viel Zusammenhäge viel komplexer geworden. Unser Sozialsystem ist aber von Gestern und frist sich im Moment selber auf.
Wir erleben im Moment ein Zeit des Wandels in vielen Bereichen! Es ist aber nicht schlimm, auch wenn es nicht sonderlich Bequem sein wird!
Unser Volk muss eben Befähigt werden, sein Leben mit weniger Staat und Freiheit zu meinstern. Ein Grundeinkommen gehört dazu weil es in eine Zeit passt wo sich auch die Arbeitswelt verändert.
Ich sehe es positiv. Das sollten wir alle tun!
Lars Michael Lehmann
Alg2 ist geschenktes Geld. Der Anspruch wird nicht erworben, es handelt sich um keine Versicherungsleistung. Es ist das Geld, das der Staat anderen Menschen unter Androhung von Gewalt abnimmt. Wo soll sich da Solidarität regen?
@Eugen
Solchen Menschen wie Dir sollte jeder wirklich jede Solidarität verweigern! Dir würde ich nicht mal den Dreck unter meinen Schuhen schenken, geschweige denn die Niere oder das Knochenmark was Du eventuell irgendwann bauchen wirst.
Mit solchen Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren, machst Du Dir in Deinem jugendlichen Leichtsinn jede Chance auf Verbesserung der Situation zunichte! JEDE!
Es gibt immer weniger Arbeit für immer mehr Menschen, die beschäftigt werden möchten und viele verdienen trotz Vollzeitjob und Facharbeiterbrief nicht einmal mehr den Mindestbedarf.
Warum müssen alle über einen Kamm gezogen werden?
Ich habe mein Leben lang gearbeitet, Steuern und Sozialabgaben gezahlt und nebenbei noch 6 Kindern das Leben geschenkt, von denen eines bereits tot ist und die anderen 17 Jahre lang allein von mir versorgt werden mussten weil der Vater sich mit einer neuen Familie aus der Affäire gezogen hat. Wie gesagt, ich war die ganze Zeit berufstätig und habe zum Schluß wirklich mehr als gut verdient – bis die Firma aufgelöst wurde! Plötzlich mußte ich mir von jedem potentiellen Arbeitgeber sagen lassen, ich sei mit damals 48 zu ALT?
So geht es in real-life zu! Und ich bin nicht die Einzige!
@Eugen
Falsch. Alg 2 ist ein Recht und kein Almosen. Alg 2 wäre gelebte Solidarität, wenn nicht ständig irgend welche Idioten einen Keil zwischen Erwerbenden und Erwerbslosen treiben würden. Alg 2 ist die unzureichende Antwort dieses Staates auf den Umstand, dass a) es nicht mehr genug Arbeit gibt, die vernünftig bezahlt wird und b) diese Arbeit, die noch verbleibt, nicht gerecht verteilt wird, ohne dass es zu existenzbedrohenden Einbußen aller kommt. Arbeitgeber haben ein Interesse an genau solchen Aussagen wie deinen, weil sie nämlich Wut und Angst kanalisieren und von dort weglenken, wo sie eigentlich hingehört: zu den Pfeffersäcken. Dein dir abgeknöpftes Geld landet nur zu einem Bruchteil bei deinen Nachbarn.
@Eugen
Solchen Menschen wie Dir, sollte jeder wirklich jede Solidarität verweigern! Dir würde ich nicht mal den Dreck unter meinen Schuhen schenken, geschweige denn die Niere oder das Knochenmark was Du eventuell irgendwann brauchen wirst.
Mit solchen Behauptungen, die jeder Grundlage entbehren, machst Du Dir in Deinem jugendlichen Leichtsinn jede Chance auf Verbesserung der Situation zunichte! JEDE!
Es gibt immer weniger Arbeit für immer mehr Menschen, die beschäftigt werden möchten und viele verdienen trotz Vollzeitjob und Facharbeiterbrief nicht einmal mehr den Mindestbedarf.
Warum müssen alle über einen Kamm gezogen werden?
Ich habe mein Leben lang gearbeitet, Steuern und Sozialabgaben gezahlt und nebenbei noch 6 Kindern das Leben geschenkt, von denen eines bereits tot ist und die anderen 17 Jahre lang allein von mir versorgt werden mussten, weil der Vater sich mit einer neuen Familie aus der Affäire gezogen hat. Wie gesagt, ich war die ganze Zeit berufstätig und habe zum Schluß wirklich mehr als gut verdient – bis die Firma aufgelöst wurde! Plötzlich mußte ich mir von jedem potentiellen Arbeitgeber sagen lassen, ich sei mit damals 48 zu ALT?
So geht es in real-life zu! Und ich bin nicht die Einzige!
@Gabriele, Gerlinde
Solidarität ist eine freiwillige Handlung – das Alg2 ist eine unter Gewaltandrohung erzwungene.
Ich kann verstehen, dass es dem Zeitgeist entspricht, dass alle – bis auf wenige Ausnahmen – versucht sind, auf Kosten anderer zu leben und sich gegenseitig in die Tasche zu greifen. Von mir aus. Aber dieses System der gegenseitigen Gewaltandrohung eine “Solidarität” zu nennen, entbehrt jeder Logik.
“Solidarität ist eine freiwillige Handlung – das Alg2 ist eine unter Gewaltandrohung erzwungene.”
naja Sinn macht dein Satz nicht wirklich…
Wenn ich ihn richtig verstehe, meinst Du damit, daß ALG2 aus “unter Gewaltandrohung erzwungene”n Steuernitteln finanziert ist? Und “Solidarität” wäre Deine freiwillige Unterstützung der z.B. überalterten 48jährigen Nachbarin mit 4 Kindern, die von Telekom, Nokia und LG Philipps entlassen wurde und nun keinen Job mehr abkriegt?
Findest Du es in Ordnung in Bayern Straßen mitzufinazieren, obwohl Du nur in Hamburg Auto fährtst?
Findest Du es in Ordnung in Marokko einen privaten Wachdienst “Frontex” mitzufinanzieren, der Menschen, Kinder und Familien in die Wüste schickt zum Sterben?
Solche Eugens etc. werden wohl immer an das Schöne und Gute im Menschen glauben, solange es sie nicht selbst plötzlich trifft.
maze
Der letzte Beitrag war mir mit am Angenehmsten… Wenn Einzelne hier versuchen wieder den Hartz-IV-Empfängern irgendwelche Schuld in die Taschen zu schieben, dann lassen sie sich nur vom System benutzen…
Oder denken die wirklich noch, dass die ach so faulen Hartz-IV-Empfänger die Schuld tragen am Leid der armen schwer schuftenden Arbeitenden?
Entweder die haben einfach nicht genug Grips zum Denken oder schlechte Laune und keine Lust dazu, wirklich nachzudenken…
Denn bei den vielen Millionen, die jetzt einfach mal ganz schnell zur Verfügung standen und auch noch nicht mal eine Begrenzung nach oben in Sicht ist…, da kann doch nicht mal mehr ein wirklicher “Depp” denken, dass die Hartz-IV-Empfänger hier zuviel kosten?
Wisst Ihr, wer zuviel kostet? Die ganzen schwer schuftenden “Arbeitenden” in den ganzen Ämtern, die nicht ansprechbar hinter irgendwelchen Zimmern “Mittagsschläfchen halten… (Wenns jetzt paar mit trifft, dies ernst nehmen, tuts mir leid…)
Was denkt Ihr, wie viele dieser Stellen gestrichen werden könnten, ohne dass es irgendeinem auffallen würde? Und, wenn die dann – nur mal theoretisch – nur noch Hartz-IV bekommen würden vom Staat, was denkt Ihr, wieviel dabei gespart werden könnte!
Tut mir den Gefallen und lasst euch nicht für dumm verkaufen!
Ich seh ganz gerne Kabarettsendungen… Da gehts auch ab und zu um das Thema – kann ich wenigstens mal von Herzen lachen… – einer von den Kabarettisten sagte am Schluss mal… : “Und wenn nun partout einer (ein Arbeitsloser Hartz-IV-Empfänger) überhaupt keine Lust hat… Na, den kriegen wir allemal noch durch…” Es gibt ja wahrhaft genug Leute, die absolut sinnlos in zig Verwaltungspositionen (z.B.) rumsitzen und dafür nun wahrhaftig “bissel” mehr bekommen als Hartz-IV… Oder in Chefetagen von Firmen sich mit Geldern den Puff-Aufenthalt bezahlen lassen…
Bitte, macht euch nicht gegenseitig fertig… Ihr werdet nur benutzt!
Glaubt denn noch irgendjemand, dass Proteste etwas nützen? Gegen HartzIV hilft doch nur noch Gewalt! Es ist höchste Zeit für einen Bürgerkrieg! Was dieser Dreckstaat dringend braucht, ist eine “Anti-HartzIV-RAF”! Jeder, wer HartzIV rechtfertigt oder gar unterstützt, hat den Tod verdient! Nur ein toter HartzIV-Befürworter ist ein guter HartzIV-Befürworter!
Kann man mal fragen, Herr Slomski, wer hier alles den Tod verdient hat? Gibt es da irgendwelche Begrenzungen? Oder lässt du dich gleich selbst mit in die Luft jagen… Wär vielleicht die sauberste Lösung…
Also, mir wär am Liebsten, wenn ich unabhängig vom Staat machen könnte, was ich will… Was willst du? Alle erschießen?
Danke für die extrem gut fundierten Beiträge von Gerlinde und maze!
Hartmut hat trotzdem Recht: Wenn die Herrschenden und “die Eugens” nicht bald zur Besinnung kommen, dann wird Gewalt (nach Maßgabe des Art. 20 Abs. 4 GG) unumgänglich. Die Grenzen setzt dann das Schicksal. Erst die Historiker der Zukunft werden dann entscheiden können, wen es zurecht traf und wer in die Kategorie “Kollateralschaden” fällt – so leid es mir und allen gerecht und billig Denkenden auch tut…
Danke an Hartmut für die klaren und richtigen Worte in punkto Emotionalität!
Und Danke an Kati für die durchaus angebrachte Relativierung
Wer den Herrschenden zu viel Macht gibt kommt durch sie um.
Wer sich vom System benutzen läßt auch.